Ok, ok ich gebe es ja zu, der reisserische Titel und das Bild soll Aufmerksamkeit erregen für ein Thema, das mir sehr am Herzen liegt: die vom Aussterben bedrohten Thunfische.

Über die letzten Jahre wurde mir immer klarer, dass ich gerne versuchen will meinen kleinen Beitrag zum Thema Umwelt- und Tierschutz beizutragen. Ich weiß, das macht sich in der schönen Schein-Instagram-Welt gar nicht so gut, aber es ist für mich wichtig und deswegen werden ab und an auch mal solche Blogbeiträge kommen.

Aber von vorne: Auf Facebook gibt es zahlreiche Fitness- und Rezeptgruppen. An sich sind die super, man kan seine besten Rezepte mit anderen teilen und bekommt selbst Inspiration, tolle Sache.

Bei manchen Rezepten blutet mir nur leider immer etwas das Herz und das liegt nicht am Geschmack – wahrscheinlich :D.

Ich rede von den vielen Fitness- und lowcarb Rezepten die auf (Dosen-) Thunfisch basieren. Ganz besonders im Trend ist ein lowcarb Thunfisch Pizzaboden. Richtig gehört, Thunfisch ist nicht der Belag, sondern der Boden der Pizza. Da es ja möglichst wenig Kohlenhydrate haben soll, ersetzt man den normalen Pizzateig einfach durch 1-2 Dosen Thunfisch. Der Fisch wird mit Eiern verrührt und dann im Ofen gebacken. Anschließend nach Belieben belegt und fertig ist die eiweißreiche Diät-Pizza.

So in etwa funktionieren auch die Thunfisch Frikadellen, die dauernd in den Lowcarb- und Bodybuildinggruppen umhergeistern.

An sich ja ne tolle Sache, also was ist das Problem?

Also erstmal vorab, das soll kein Klugscheisser-Beitrag werden. Ich wusste darüber bis vor kurzem auch kaum etwas und hätte die Thunfisch Pizza wahrscheinlich auch mal getestet. Aber ich habe mich etwas mehr darin eingelesen und versuche es jetzt zu vermeiden, zu viel Thunfisch zu konsumieren.

Falls es jemanden interessiert – aufgemercht! Wenn nicht, auch ok 🙂 .

Die weltweiten Thunfischbestände sind schockierend gering, fast alle Arten sind vom Aussterben bedroht oder zumindest stark überfischt.

Man sollte es am Besten vermeiden, Dosen (oder Thunfisch an sich) zu kaufen, die keinerlei Auskunft über Gattung und Fangart geben. Meistens erkennt man das ganz simpel schon am Preis. Wie es meistens so ist, zu billig kann eigentlich nie auf nachhaltige, umweltschonende und vor allem „tierfreundliche“ (ok das trifft eher nie zu, i know…) Produktion schließen lassen.

Ganz auf den Fisch verzichten muss man dennoch nicht, das ist sicherlich die gute Nachricht.
Man muss beim Einkaufen nur die Augen offen halten – und zwar nach folgenden Siegeln und Zertifierungen:

  • MSC Siegel (Marine Stewardship Council)
  • Biosiegel wie Naturland oder Demeter

msc-logo   Naturland Logo   Demeter Logo

  • Angelrutenfang (pole & line), Schleppleinenfang (Treibnetze in EU verboten, jedoch nicht überall auf der Welt)

Folgende Siegel und Aufdrucke sind mit Vorsicht zu genießen:

  • ASC Siegel (Aquaculture Stewardship Council). Achtung, die Tiere kommen hier aus Zuchtkulturen, in denen beispielsweise auch Soja als Futtermittel eingesetzt wird, also auch eher kritisch zu sehen
  • Dolphin Safe. Das bedeutet, das keine Delfine beim Fang getötet wurden. Allerdings bezieht sich das Siegel nicht auf andere Arten die beigefangen werden, wie zum Beispiel Schildkröten oder Haie.

Hier gibt es einen Ratgeber zum Thema Fischkauf: http://www.wwf.de/aktiv-werden/tipps-fuer-den-alltag/vernuenftig-einkaufen/einkaufsratgeber-fisch/einkaufsratgeber-fisch/

Bei mir persönlich ist es immer so: Sobald ich von einer Sache Bescheid weiß (zumindest ein bisschen) kann ich eigentlich gar nicht mehr wegschauen. Wenn ich Thunfisch esse, achte ich auf die Siegel. Das kostet dann halt etwas mehr, aber dafür kann ich mit gutem Gewissen genießen.

Folgenden Thunfisch aus der Dose würde ich aktuell weiterhin (ab und an) kaufen:

Followfish, pan do mar, Saupiquet und Fish 4 ever

Und falls das Tierschutzargument nicht zieht, habe ich hier noch ein „Menschenschutz-
argument“. Durch die starke Verschmutzung der Weltmeere, kann sich im Thunfisch Quecksilber anreichern (besser gesagt in allen anderen Meerestieren auch…), was dann wiederum vom Menschen aufgenommen wird.
Das kann bei zu hohen Mengen zu Schädigungen des Zentralen Nervensystems führen. Klar sind bei uns die Lebensmittel kontrolliert und generell bewegen sich die aufgenommenen Mengen nicht im bedrohlichen Bereich, allerdings habe ich irgendwie ein mulmiges Gefühl dabei und würde zur Sicherheit lieber nicht zu viel davon konsumieren. Die Quecksilberbelastung trifft unabhängig der Fangart zu, Produkte aus nachhaltiger Fischerei bewahren davor leider auch nicht.

Vielleicht kann man auch versuchen den Thunfisch durch einen einheimischen Fisch, von dem es genügend Bestand gibt, zu ersetzen. Hier auf dem Land verkaufen die Fischer zum Beispiel immer gerne Räucherforellen und andere Fische aus ihren eigenen Weihern.

Vielleicht ist es an der Zeit hier kreativ zu werden, wäre doch gelacht wenn man daraus nicht auch einen lowcarb Pizzaboden zaubern könnte. Für andere Gerichte mit wenig Kohlenhydraten eignet sich einheimischer Fisch jedenfalls blendend 🙂 .

 

Quellen:

http://www.bmub.bund.de/themen/gesundheit-chemikalien/gesundheit-und-umwelt/lebensmittelsicherheit/verbrauchertipps/#c11251
https://www.msc.org/de

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