Weißwurstphilosophie – ein bisschen Fleisch muss sein

Achtung, der Beitrag ist nichts für Veganer – umso mehr aber für Fleischfresserchen, denen nicht alles auf den Tisch kommt.

Die Überschrift ist natürlich mit einem Augenzwinkern zu sehen, es MUSS natürlich nicht sein, dass man Fleisch isst und ich esse auch nicht jeden Tag Fleisch. Vielleicht ernähre ich mich an manchen Tagen sogar versehentlich vegan 😉 ! Ich finde es nur in letzter Zeit echt anstrengend, dass z.B. in den sozialen Medien ständig mit dem Finger auf sogenannte “Fleischesser” gezeigt wird. “Isst du tatsächlich NOCH Fleisch?” gepaart mit grausigen Videos oder Bildern (die einem selbst den Appetit auf Gemüse vergehen lassen…nur mal so am Rande) prasseln überall auf einen ein. Ich finde das muss echt nicht sein und es ist immer noch jedem selber überlassen, ob er Fleisch isst oder nicht.

Qualität vor Quantität

Was meiner Meinung nach aber genauso wenig in Ordnung ist, ist sich für 3€ 1 Kilo Hähnchen zu kaufen, oder eine ganze Stiege Eier aus Bodenhaltung für 99ct. Ich nehme mich da nicht aus, ich habe das früher auch gekauft und habe mich naiverweise gefreut, dass es so billig ist -.- . Aber ich beschäftige mich ja jetzt etwas länger mit den Themen Ernährung und Gesundheit und deswegen kann und will ich diese Produkte auch einfach nicht mehr kaufen. Wie sagt man so schön: Wenn ein Angebot zu gut ist, um wahr zu sein…ist es wahrscheinlich auch so! Dahinter kann doch gar keine Qualität stehen (wohl eher nur Qual…), wenn es dermaßen billig ist.

Das Ganze ist bei der Massenhaltung von Hühnern und Puten zwar besonders schlimm, aber auch bei Schweinen und Rindern sieht es oft leider nicht besser aus. Es gibt hier zwei Aspekte: einerseits das Futter und die Medikamente, die die Tiere bekommen (und die der Mensch dann indirekt mit aufnimmt) und andererseits natürlich die Frage, nach einer artgerechten und vertretbaren Haltung der Tiere.

Augen auf beim Fleischkauf

Aber was macht man nun? Vegetarismus wäre für mich ehrlich gesagt keine Alternative. Ich bin mit viel (bewusstem) Fleischkonsum aufgewachsen, es schmeckt mir und ich will darauf nicht verzichten. Ich liebe Sauerbraten, Rumpsteaks, Bacon & Co. einfach. Gut, dann ist man allerdings mindestens in der Verantwortung sich genau anzusehen, was man da konsumiert und ob man das mit seinem Gewissen vereinbaren kann. Viele Sachen kann man kaum beeinflussen, z.B. welche Produkte in Restaurants verwendet werden, die man besucht. Aber zumindest meinen privaten Konsum will ich so hochwertig, umwelt- und tierfreundlich wie möglich halten.

Deswegen bin ich immer auf der Suche nach Anlaufstellen, wo man gutes Fleisch bekommt. Ich habe mir angewöhnt im Metzger immer mal nachzufragen woher die Ware eigentlich kommt. Wenn mir dann jemand keine Antwort geben kann, oder die Produkte von sehr weit weg kommen, werde ich wahrscheinlich eher nichts kaufen. Oft findet man aber auch Metzgereien oder Höfe, die ausschließlich aus eigener Schlachtung verkaufen. Dann kann man sich auch vor Ort ein Bild machen, wie die Tiere gehalten werden.

Gutes muss teuer sein? Stimmt nicht!

Oft kommt das Argument, dass gute bzw. Bio-Qualität einfach zu teuer ist, was aber so nicht stimmt. Neulich waren wir bei Denns Biomarkt und wollten Hähnchenfleisch kaufen. Als wir gesehen haben, dass der ausgezeichnete Preis nicht für die ganze Packung, sondern nur für 100g gedacht war, haben wir es schnell wieder zurück gelegt 😀 . Also das war echt sauteuer, aber ich glaube, dass es auch einen Mittelweg geben muss. Deswegen versuche ich regionale Höfe und Läden zu unterstützen und meistens sind die viel günstiger als die großen Bio-Supermärkte. Klar kostet es mehr als bei den Discountern, aber dafür zahle ich dann wirklich gern und nehme einfach lieber etwas weniger.

Ich gebe jetzt hier den Startschuss für eine (noch recht bescheidene) Liste, die natürlich immer erweitert werden kann. Es handelt sich hier um Läden bzw. Höfe aus der Region, wo ich gerne einkaufen gehe. Wenn jemand noch etwas zu ergänzen hat oder einen Geheimtipp hat, schreibt mir gerne unter servus@fruehlingszwiebel.com 🙂 .

Gute Adressen aus der Region

Klostermetzgerei Münsterschwarzach: Die Rinder kommen hier aus eigener Schlachtung und die Schweine vom Nachbarshof. Das Fleisch hat wirklich super Qualität und ist auch nicht zu teuer. Ich mache dort alle paar Wochen Großeinkauf und friere einen Teil davon ein. Hackfleisch und Rinderfilet kann ich besonders empfehlen.

Geflügelhof Huscher Rehweiler:  Man kann zu bestimmten Zeiten direkt auf dem Hof einkaufen oder den Stand auf dem Markt in Würzburg besuchen. Ich war schon auf dem Hof direkt in Rehweiler (bei Geiselwind) und es sieht wirklich idyllisch aus 🙂 freilaufende Hühner wo man hinsieht. Dort gibt es Hühnerfleisch, Putenfleisch, Entenbrüste, Eier, Schweinefleisch und vieles mehr. Als ich dort raus bin, war ich ganz überrascht wie verhältnismäßig günstig das alles war. Erst gestern bin ich wieder da gewesen, ich habe echt einiges gekauft (sogar Freiland Chicken Wings) und bin unter 20€ raus 🙂 .

Waldhof der Familie von Crailsheim: Da wir die Familie seit jeher persönlich kenne, kann ich mich für das Angebot dieses Bio Hofes bereits aussprechen ohne (bisher!) dort gewesen zu sein. Es gibt Fleisch von Charolais Rindern und diverses Wildfleisch. Die Paketpreise sind auf der Webseite zu sehen, da es immer bestimmte Schlachttermine gibt, ruft man am besten vorher dort an und gibt seine Bestellung auf.

Klar, in der Stadt ist das alles um einiges schwieriger, weil man nicht von Bauernhöfen umgeben ist. Es gibt aber meistens Wochenmärkte, wo man sich mal umsehen kann. Und auch die Supermärkte setzen mehr und mehr auf hochwertige Qualität bzw. bieten immerhin Alternativen an. Bei Eiern z.B. gibt es eigentlich immer die Möglichkeit Freilandhaltung oder sogar Bio-Eier (Herkunft Deutschland) zu nehmen.

Bildquelle: © Unsplash/Pixabay

2 Kommentare zu „Weißwurstphilosophie – ein bisschen Fleisch muss sein“

  1. Toller Beitrag Steffi! Ich kann dir da voll und ganz zustimmen.
    Es ist aber auch als Vegetarier/Veganer nicht in Ordnung das suppper billige Gemüse vom Discounter zu kaufen. Wenn man mit seinem Essverhalten etwas ändern will sollte das auch für Gemüse gelten, schließlich werden in der konventionellen Landwirtschaft Unmengen an Dünger und “Pflanzenschutzmittel” ausgebracht, die unser Grundwasser und letztlich natürlich auch unsere Nahrungsmittel vergiften.

    Ich habe eine Bioabokiste von einem Demterhof bei Weikersheim: http://www.gaertnerei-zeihsel.de
    und mein Fleisch kaufe ich in der Biometzgerei in der Würzburger Semmelstraße: https://www.facebook.com/Biometzgerei.Friedrich

  2. Klar, da hast du natürlich recht.
    Ich habe vor auch einen Beitrag über Obst & Gemüse, Fisch usw. zu machen, wenn ich gute Adressen dafür gefunden habe. Da werde ich deine Biokiste auch mit aufnehmen und dem Würzburger Bio Metzger werde ich auch bald einen Besuch abstatten 🙂

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