Letzte Woche war ich vegan! Könnt ihr euch das vorstellen :D? Ich wollte das schon so lange mal probieren und hab es dann einfach mal gemacht. 7 Tage kompletter Verzicht auf Fleisch- und Milchprodukte. Jetzt kann ich meine Erfahrungen mit der veganen Ernährung mit euch teilen und euch berichten, wie es mir dabei erging.

Vegane Ernährung – mein Selbstexperiment für 7 Tage

Ich beschäftige mich ja schon immer mal wieder mit veganer Ernährung und kann vor allem den Tierschutz Hintergrund nachvollziehen. Im Grunde wollte ich aber einfach mal eine Selbsttest machen. Ihr wisst ja ich bin weder vegan noch vegetarisch. Ich wollte also einfach mal wissen, wie es ist vegan zu sein. Wie fühle ich mich dabei, wie schwer fällt es mir tatsächlich auf Fleisch und Milchprodukte zu verzichten und käme eine vegane Ernährung für mich dauerhaft in Frage?

Meine Ausgangslage und Ansprüche

Ich gehe aktuell 4 Mal pro Woche trainieren, dementsprechend achte ich natürlich auch auf meinen Eiweißhaushalt. Ich versuche täglich zwischen 100-120g Protein zu essen, wobei ich eher das obere Ende anpeile. Meine Hauptproteinquellen sind Milchprodukte wie Magerquark oder Hüttenkäse und (nicht täglich, aber regelmäßig) auch Fleisch.

Mein Ziel war es, mit veganer Ernährung auf denselben Proteinhaushalt zu kommen. Und gleichzeitig ein Limit von 1600-1800 Kalorien täglich einzuhalten – ganz schön tricky 😉 .

Vegan werden – diese Produkte habe ich eingekauft

Viele Standardsachen habe ich natürlich schon zu Hause gehabt. Obst und Gemüse esse ich ja normalerweise auch. Nudeln (ohne Ei natürlich), Reis, Kartoffeln und Linsen hatte ich auch schon. Ich hab mir ein paar vegane Specials gekauft, weil ich sie einfach mal testen wollte z.B. vegane Schnitzel (meine Rügenwalder Schnitzel sind leider nicht vegan), Veganes Gyros von Like Meat, Lupinenjoghurt, Alpro On Protein „Quark“, Räuchertofu und Mandel- & Reisdrink.

Vegane Rezepte – das habe ich gekocht

Lustigerweise ist mir während des Experiments wieder eingefallen, dass ich sogar einen veganen Wochenplan auf meinem Blog anbiete. An dem konnte ich mich natürlich ganz hervorragend orientieren und wusste so immer was ich mir machen kann.

Falls ihr Interesse habt, schaut mal hier: Veganer Ernährungsplan für eine Woche

Gekocht habe ich beispielsweise Thai Curry mit Tofu, Falafelbowl, Chili sin Carne, Dönerteller. Also lauter leckere Sachen. Die Schnitzel „wie von Oma“ waren aber ungenießbar, keine Empfehlung. Aber schaut lieber mal hier, da habe ich ein komplettes Food Diary inkl. Rezepten und Nährwerten erstellt.

Vegan sein und Krafttraining?

Beim Training hatte ich keine Einbußen. Also ich hatte genauso viel Engergie und Kraft wie zuvor auch. Was mich nur etwas gestört hat war, dass ich unter anderem wegen meines Trainings stark auf meine Proteinzufuhr achte. Und das ist mir vegan wirklich schwer gefallen. Selbst wenn ich an einem Tag schon Tofu oder ein anderes Soja Produkt als Hauptgericht hatte, war ich meistens noch auf ein Proteinpulver zusätzlich angewiesen. Mal für alle im Vergleich Tofu hat auf 100g ca. 18g Eiweiß, Putenfleisch hat knapp 25g. Der Alpro On Quark hat 6g Protein, echter Magerquark hat 13g.
Kurzum, auf das Protein zu kommen war wirklich schwer und ich hab an keinem der 7 Tage meinen angestrebten Bedarf (bei meinem gesetzten Kalorienlimit) erreicht. Durchschnittlich lag ich bei 80-100g.

Vegane Ernährung Vorteile

Vegane Ernährung hat natürlich einige Vorteile, für mich eigentlich ausschließlich den des Tierschutzes. Es gibt einem ein gutes Gefühl, wenn man weiß das die Nahrung nicht zum Leid der Tiere produziert wurde.
Manche Menschen berichten, dass Sie sich durch die vegane Ernährung viel besser fühlen. Ich hatte in der einen Woche jetzt keinen „Aha-Moment“, aber dafür ist eine Woche ggf. auch zu kurz.

 

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Ich fand es gut, dass mir in der Woche mal aufgefallen ist, welche Produkte überhaupt alle nicht vegan sind. Darüber denkt man ja im normalen Alltag gar nicht nach. Ich habe mich zum Beispiel einmal den ganzen Tag gefreut, auf mein Abendessen: Spinat mit Kartoffeln. Irgendwann ist es mir dann eingefallen..es heißt ja „RAHMspinat“…und das wars dann mit meinem leckeren Mahl 😀 . Man ernährt sich auf jeden Fall etwas bewusster und schaut mehr darauf, was man konsumiert.

Vegane Ernährung Nachteile

Für mich persönlich hat vegan einige Nachteile. Wie oben schon erwähnt, war es für mich sehr schwierig auf mein Eiweiß zu kommen. Aber gut, das ist jetzt kein Ausschlusskriterium.
Was mich viel mehr geschockt hat war, wie schlecht vegane Ersatzprodukte teilweise schmecken. Brotaufstriche waren zum Beispiel durch die Bank ungenießbar (glaubt mir, ich habe 6-8 von verschiedenen Marken & Läden getestet). Das geht meiner Meinung nach auch nicht, da versuche ich an einer Stelle der Umwelt was Gutes zu tun und esse kein Fleisch, andererseits schmeiss ich dann aber wieder Essen weg, weil es so schlecht schmeckt. Ähnlich ging es mir mit veganen Proteinprodukten (z.B. Riegeln, Bliss Balls oder auch Eiweißpulver). Das ist natürlich schade und wurde mir leider auch von mehreren Veganern bestätigt. Aber ich probiere weiter, ich habe noch einge Empfehlungen bekommen die ich testen werde.

Vegane Ernährung zum Abnehmen?

Das ist natürlich eine Fangfrage, wer meinen Blog und mich kennt weiß wie das Abnehmen funktioniert. Egal ob wir jetzt vegan, low carb oder low fat unterwegs sind. Einzig und allein das Kaloriendefizit entscheidet. Also natürlich kann man vegan grundsätzlich genauso abnehmen wie mit jeder anderen Ernährung auch. Aber es ist wirklich wichtig, dass man dann genau darauf achtet alle Nährstoffe zu bekommen. Vegan ist nun mal einfach ein eingeschränktes Nahrungsangebot und wird deswegen auch schnell einseitig. Oft wird vegan mit gesund gleichgesetzt, das ist aber nicht automatisch der Fall. Es ist fast leichter sich vegan & ungesund zu ernähren – dazu komme ich gleich nochmal.

Vegan werden – kommt das für mich in Frage?

Ihr habt es wahrscheinlich rausgelesen..ich respektiere absolut jeden, der sich vegan ernährt. Und wenn ich ehrlich sein soll, dann hab ich niemals gedacht, dass mir so viel fehlen würde. Tatsächlich war ich der Meinung, ich könnte das ganz easy peasy durchziehen auch für längere Zeit. Aber es ist mir wirklich schwer gefallen. Vorher habe ich ja auch viele vegane Produkte in meine nicht vegane Ernährung gepackt. Aber es ist einfach ein Unterschied, ob man einen veganen Dönerteller mit Käuterquark Dip essen kann oder „nur“ mit Hummus.

 

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Manchmal war es extrem anstrengend sich vollwertige Mahlzeiten auszudenken und zwar so anstrengend, dass ich es gelassen habe und den einfachen Weg gewählt habe. So gab es teilweise auch mal nur Pommes aus dem Backofen zum Abendessen. Klar, das war meine Entscheidung und hatte nichts mit dem Veganen an sich zu tun.
Ein weiterer Punkt war der Geschmack, mir hat mein Essen teilweise nicht mehr geschmeckt. Das ist für mich persönlich ein absolutes No-Go. Ich liebe essen, ich liebe es mir Gedanken zu machen, was ich kochen kann und wenn das weg fällt ist es wirklich ein Verlust an Lebensqualität für mich.

1 Woche VEGAN – mein Fazit

Ich bin so froh, das ich das Experiment gewagt habe. Es hat mir wirklich viel beigebracht und ich kann mich jetzt gut in die Lage von Veganern versetzen. Ich bin in der Zeit mit so vielen Vorurteilen und „dummen Geschwätz“ konfrontiert worden. Das stelle ich mir wirklich anstrengend vor, dem kann ich durch meine eigene Erfahrung jetzt zumindest ein bisschen entgegenwirken.
Für mich persönlich, werde ich es handhaben wie zuvor auch, ich werde weiterhin genau darauf achten woher ich mein Fleisch kaufe. Zu 90% kommt mein Fleisch von einer Metzgerei, die ihre Tiere selbst aufzieht oder direkt aus dem Wald. Ihr wisst ja vielleicht ich bin Försters- und Jägerstochter :).
Vegane oder vegetarische Produkte werde ich, wie vorher auch in meine Ernährung einbauen.

Natürlich achte ich darauf hier und in meinen Youtube Videos immer mal wieder auch vegane Rezepte zu zeigen.

Eure Stef <3