Im letzten Artikel ging es um etwas vergleichsweise Banales wie den Kalorienverbrauch. Im zweiten Teil von „Ein Hoch auf die Kraft“ ist Gesundheit das Thema.

Gesundheitliche Vorteile von Krafttraining

Vor lauter Körperkult vergisst man oft die wahrscheinlich wichtigste und sinnvollste Eigenschaft von körperlichem Training jeglicher Art: den positiven Effekt auf die Gesundheit.
Der schönste und perfekteste Körper der Welt bringt dir nichts, wenn er nicht gesund ist. Das muss man sich auch immer vor Augen halten, wenn man mal wieder wegen seinem Jelly-Belly durchdreht 😉 . Und genau deshalb widmen wir uns heute unserer Gesundheit, dem Wichtigsten was wir haben.

 

Krafttraining hilft bei Rückenschmerzen

Viele „Bürohengste“ klagen über Rückenschmerzen, weil sie den ganzen Tag sitzend vor dem PC verbringen. Nach dem anstrengenden Bürotag legt man sich am besten zu Hause auf die Couch, um seinen Rücken zu schonen. Allerdings ist das die falsche Herangehensweise an chronische Rückenschmerzen. Ich habe persönlich die Erfahrung gemacht, dass gerade Krafttraining dabei hilft, dem entgegenzuwirken. Durch eine verstärkte Rumpfmuskulatur hat man weniger Probleme mit dem Rücken/Nacken, übersteht den Büroalltag problemlos und muss sich abends nicht „schonen“. Studien zeigen, dass „normale“ Rückenschmerzen durch (gerätegestütztes) Krafttraining zu 85% behoben werden können.

Mit „normal“ meine ich hier die üblichen Wehwehchen über die man so klagt. Natürlich nicht gemeint sind Bandscheibenvorfälle, Gefäßerkrankungen o.Ä. (!!! dann muss man zum Arzt!!!).

Um seinen Rumpf zu stärken, sollte man insbesondere Geräte/Übungen wählen, die Brust-, Bauch, und Rückenmuskulatur stärken. Neumodisch in der Fitnessszene auch unter „Coretraining“ bekannt. Durch eine gute Rumpfmuskulatur sowie Koordinationsfähigkeit, ist die Wirbelsäule besser geschützt und weniger verletzungsanfällig. Wer jetzt völlig auf dem Schlauch steht und gar nicht mehr weiß welche Übungen er machen kann – ich finde diese Seite hier immer ganz praktisch, da kann man sich nach Körperteil Übungen und passende Erklärungen anzeigen lassen.

Erlernen einer gesunden Lebensweise durch Kraftsport

Wer sich ein bisschen intensiver mit Fitness und Muskelaufbau beschäftigt, kommt nicht drumherum sich auch mit dem Thema Ernährung auseinanderzusetzen. Man beginnt sich mit Mikro- und Makronährstoffen zu beschäftigen, zählt Kalorien und weiß früher oder später einfach welche Lebensmittel gut für einen sind. Oft passt fettiges Essen wie Pizza oder Mägges einfach nicht mehr rein (also in die Makronährstoffverteilung, nicht in den Bauch 😉 ). Man isst einfach bewusster und gesünder. Klar kann es manchmal ein Fluch sein, wenn man bei jeder Süßigkeit oder Burger insgeheim schon weiß wie viele Kalorien, gesättigte Fette und schnelle Kohlenhydrate man sich reinhaut…gesundheitlich ist es auf lange Sicht aber sicherlich wertvoll, da man solche Lebensmittel bewusster und seltener konsumiert.

Dadurch, dass man sich mit dem Thema Kalorien beschäftigt greift man oft auf Lebensmittel zurück, die gute Nährwerte aufweisen. Deshalb gehört natürlich Obst, Gemüse und gesunde Kohlenhydratquellen wie Kartoffeln oder Reis auch auf den täglichen Speiseplan. Das häufige Konsumieren wertvoller (nicht synthetisch hergestellter) Ballaststoffe trägt natürlich auch zur Gesundheit bei.

Gesund und fit durch Krafttrainung - diese gesundheitlichen Vorteile bringt der Kraftsport und Muskelaufbau mit sich

Ok, das mag sich jetzt furchtbar langweilig anhören, aber Alkohol und Zigaretten gehören jetzt auch nicht unbedingt in den Fitnessalltag. Klar gibt`s immer welche, die sich vor oder nach dem Training noch ne Zigarette reinpfeiffen, aber ich glaube der Großteil ist dahingehend (weitestgehend) abstinent 😉 . Auch ein Glas Wein oder ein Glühwein ist nicht dramatisch und das sollte man sich auch nicht verbieten (hier mein Artikel zu Abnehmen und Alkohol). Aber man kennt es ja, nach einer durchzechten Nacht und mit Kater zu trainieren macht weder Spaß noch ist es sinnvoll.

Kraftraining hilft beim „Active Ageing“

Das Alter…das ist ein Thema mit dem man sich in unseren jungen Jahren nicht gerne auseinandersetzt. Alt wird jeder mal, aber das ist so weit weg, darüber macht man sich nicht gerne Gedanken. Trotzdem scheinen manche Menschen trotz ihres Alters fitter und vitaler zu sein als andere, woran mag das liegen? Ich habe vor einiger Zeit mal eine bewundernswerte Frau im Kletterstudio (ja richtig gehört, im Kletterstudio 😀 ) getroffen, sie muss an die 65 Jahre gewesen sein und ist eine Route nach der anderen geklettert. Ich fand es schön zu sehen, dass auch so was im Alter noch möglich ist und war wirklich sehr beeindruckt davon. Ehrlicherweise muss ich dazusagen, dass ich schon am Ende meiner Kräfte war und vom Rand zugesehen hab.

Aber wie macht man das nur? Das Geheimnis liegt in einem aktiven Lebensstil, den man bis ins hohe Alter beizubehalten versucht – Active Ageing! Das Sprichwort „Wer rastet, rostet“ schlägt hier gnadenlos zu. Das Altern an sich ist ein beeinflussbarer Prozess. Neben Ernährung und Körpergewicht sind vor allem das Bewegungsverhalten und die körperliche Aktivität im Alter beeinflussbar. Es gibt natürlich Einschränkungen, aber auch ebenso Potenziale und Entwicklungsmöglichkeiten. Man ist tatsächlich immer so alt wie man sich fühlt. Und wenn einem mit 50 noch danach ist mit 40 Kilo Bankdrücken (wuhuuu 40 Kilo, okok ich meine natürlich als Frau!!!) zu machen, dann ist das durchaus möglich. Es ist bis ins hohe Alter hinein möglich Kraft und Muskelmasse aufzubauen und durch die fortwährende Beanspruchung seiner Muskulatur kann man viele Vorteile verbuchen:

– Frakturrisiko vermindert (da Knochen durch Muskelkontraktionen beansprucht wird und sich so die Zusammensetzung positiv beeinflussen lässt)
– Positive Effekte auf Stimmungslage
– In Kombination mit Gleichgewichtstraining vermindertes Sturzrisiko

Ich persönlich finde das einen super Ansporn, wenn ich weiß, ich mache das ganze nicht nur für einen so temporären Aspekt wie „Schönheit“, sondern habe auch später was davon.

Fazit

Es gibt natürlich noch viele weitere gesundheitliche Vortreile, wenn man Sport treibt. Der positive Einfluss auf das Herz-Kreislauf-System und das verbesserte Immunsystem durch Sport wären hier auch noch zu erwähnen. Allerdings ist das nichts „Krafttraingsspezifisches“, sondern geht generell mit sportlicher Betätigung einher.

Egal wie das nun klingen mag, aber die Gesundheit ist nun mal das höchste Gut, was man besitzen kann. Ob man nun mal länger krank war oder wegen einer Verletzung nicht trainieren konnte – man wird die körperliche Gesundheit sicherlich sehr zu schätzen wissen und versuchen sie so gut es geht zu bewahren.

Literatur

Illig, C. (2012). Körperliche Aktivität im Alter-Einfluss auf die psychische Gesundheit, die kognitiven Funktionen und die körperliche Leistungsfähigkeit. (Pdf)

Kirchhoff, D., Kopf, S., & Böckelmann, I. (2015). Krafttrainingstherapie bei männlichen Polizeibeamten mit chronischen lumbalen Rückenschmerzen. Zentralblatt für Arbeitsmedizin, Arbeitsschutz und Ergonomie, 1-10. (Pdf)

Zahner, L., Donath, L., Faude, O., & Bopp, M. (2014). Krafttraining im Alter: Hintergründe, Ziele und Umsetzung. Schweizerische Zeitschrift für Sportmedizin und Sporttraumatologie, 62(4), 23-28. (Pdf)