waageWiegen ist für viele ein leidiges Thema. Warum es insbesondere, wenn man Muskeln aufbaut, gar nicht so viel Sinn macht das Gewicht mit einer Waage zu kontrollieren, erfahrt ihr in diesem Beitrag.

Ich habe mich früher jahrelang auf einer uralten grünen Waage gewogen. Eine die noch einen richtigen Zeiger hatte und die man vor dem Wiegen immer mal kurz antippen musste, damit der Zeiger wieder auf 0 Stand. Mit der Waage war es möglich sein Gewicht in etwa im Auge zu behalten, man merkte wenn man ein paar Kilos zu- oder abgenommen hatte und das reicht ja eigentlich auch.

Als ich anfing mich mehr und mehr mit gesunder Ernährung, Kaloriendefiziten und Sport auseinanderzusetzen, war ich der Meinung, dass ich mindestens eine digitale Waage bräuchte um alles genau mitverfolgen zu können. Zum Glück habe ich keine Körperfettwaage gekauft. An sich ist es ja besser seine Fortschritte mithilfe des Körperfetts zu messen, da Muskeln mehr wiegen als Fett. Leider habe ich aber noch kein Gerät gefunden, was erschwinglich ist und genaue Ergebnisse liefert.

Naja, nach dem ersten wiegen kam schon gleich die Enttäuschung: ich wiege mehr als ich bisher immer gedacht habe 😀 . Egal, ab jetzt bin ich ja im Bilde und kann alles ganz genau tracken.

Das war ungefähr der gleiche Zeitpunkt als ich vermehrt mit Sport angefangen habe (also ca. vor 1-2) Jahren. Dann müsste sich ja doppelt was tun, dachte ich und stellte mich so gut wie jeden Tag auf die Waage. Immer früh nach dem Aufstehen unter denselben Bedingungen. War es weniger als am Tag davor, super! War es aber mehr, ging der Tag schon gleich schlecht los. Natürlich untersteht der Körper auch Schwankungen. Manchmal ist man einfach kohlenhydratreicher, lagert dadurch also mehr Wasser ein. Mal isst man vielleicht einfach etwas, was mehr wiegt oder hat vielleicht seine Tage, somit kommen diese Schwankungen zu Stande. Sogar Gewichtsschwankungen im Kilobereich sind hier völlig normal. Natürlich weiß man das auch innerlich, trotzdem können derartige Unregelmäßigkeiten bei Frauen katastrophale Auswirkungen haben. So auch bei mir und man erwischt sich dabei im 100 Gramm Bereich zu feilschen, „ist es weniger, wenn ich mich nochmal draufstelle und mich ein bisschen weiter vorlehne…“, aber das Schlimme an diesen Dingern ist ja gerade ihre Genauigkeit…

Seit ein paar Monaten mache ich Kraftttraining, mit dem Ziel Muskeln aufzubauen. Gerade in der ersten Zeit habe ich mir viel davon erwartet. Nachdem ich ca. 2 Wochen mit viel Gewicht trainiert hatte und auch 14 Tage durchgehend im Kaloriendefizit war, habe ich mich so gut gefühlt wie lange nicht mehr. Ich habe einfach gespürt, dass sich was getan hatte und deswegen wollte ich nach 2 Wochen des „Nicht-Wiegens“ auch meine Erfolge ernten. Ich stieg also voller Vorfreude auf die Waage und wollte meine hart erkämpften Erfolge sichtbar machen und siehe da: KEIN GRAMM!! :/

Es hatte sich nichts verändert, wie kann das nur sein? Und obwohl ich mich vorher so toll gefühlt hatte, ging es mir auf einmal ganz mies. Es kann doch nicht sein, dass alles umsonst war.

Und nachdem ich mich kurz bedauert hatte, wie ungerecht alles ist, habe ich mich wieder gefangen und eine Entscheidung getroffen, die Waage muss weg! Sie hilft mir nämlich kein bisschen mich besser zu fühlen, im Gegenteil sie entscheidet über himmelhoch jauchzend und zu Tode betrübt. Naja, nicht ganz soo schlimm, aber ihr wisst was ich meine schätze ich 😉 .

Ich habe in meinem Freund einen dankbaren Abnehmer der „Höllenwaage“ gefunden, der hingegen freut sich nämlich über jedes gewonnene Gramm. Ich habe nun wieder meine alte, ungenaue aber freundliche grüne Waage bei mir stehen und bin sehr zufrieden. Damit mache ich mich nicht gleich wegen ein paar Gramm mehr oder weniger verrückt. Ich erkenne wenn es merklich weniger oder mehr ist und falls ich doch mal die Gefahr sehe, dass das Angezeigte meine Laune trübt, trete ich mit voller Wucht dagegen und stelle mich wieder drauf und alles ist in bester Ordnung 🙂 .

Wie macht Ihr das? Wiegt ihr euch, nehmt ihr ein Maßband oder gar nichts davon?

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